Bedingung war, ein Haus zu bauen, das möglichst groß mit hohem Wohnraum und möglichst billig sein sollte. Die Wohnfläche beträgt 150 qm, die reinen Baukosten beliefen sich auf 80.000 DM. Die Bauzeit der Außenanlage und Fundamente betrug 6 Wochen, die Bauzeit des Hauses selbst 6 Tage.

Die Konstruktion besteht aus Holzleimbindern auf Punktfundamenten alle 2,50 m, ausgesteift durch Dreiecke aus wetterfestem Sperrholz. In diese Binder wurden die Wändeund Decken eingehängt. Die Aussteifung des Hauses in der Längrichtung erfolgte durch Drahtverspannung.

Die Wände sind aus 10 cm starken Holzrahmenelementen von 2,50 x 5,00 m, außen Eternit, innen mit 2 Kunststoffolien und 8 cm Glaswolle gedämmt, Innenseite aus 8 mm starken Spanplatten, weiß gestrichen. Die Fenster sind Holzfenster als Bestandteil der Wandelemente, die Eingangstür ist als Schiebtür ausgebildet. Die Decken sind Großelemente von 500 x 250 cm, Holzrahmenelemente mit Schalldämmung, mit Textil- bzw. Holzbelag. In den Feuchträumen wurden Kunststoffböden vorgesehen. Sämtliche Installationen wurden in einem einzigen Installationsschacht zwischen den Binderelementen untergebracht, die Elektroinstallationen in den Wänden fertig montiert. Die Heizung ist eine Warmwasserheizung über Radiatoren mit Gasgerät.

Sämtliche Bauteile einschließlich der Installationen wurden in der Fabrik der Firma Nachbarschulte (Fertigteilwerk) nach den Plänen des Architekten angefertigt, dort von ihm abgenommen, dann zur Baustelle gebracht und in 6 Tagen montiert. Das Haus ist von allen Seiten zugänglich. Es steht 80 cm über dem Boden, so daß man auch unter dem Haus hindurchkriechen kann. Die Unterseite des Hauses ist, wie Wände, mit Eternit-Platten verkleidet. Die Binder stehen auf dünnen Stahlstiften auf den Fundamentklötzen. Die Fläche dieser Stahlstifte beträgt insgesamt 20 qcm - das Haus steht also auf einer Fläche von 20 qcm! Die Wandelemente wurden fertiggestrichen und installiert in die Binder eingehängt.

Das Haus ist leicht zu erweitern und verändern. Die Zwischenwände und Decken sind leicht herausnehmbar. Dem einzigen Wunsch des Bauherrn, einem offenen Kamin, wurde Rechnung getragen, mit einem rohen Betonklotz mit Toleranzen von 2-3 cm, während das Haus sonst Toleranzen von 1-2 mm hat. Das Programm umfaßt: Wohnraum 12,50 m lang, 6,00 m hoch, Arbeitsraum, Kinderzimmer, Gästezimmer, Arbeitszimmer, Gästebad mit Dusche und WC im Erdgeschoß, Ankleideraum im Obergeschoß, 1,25 x 5,00 m, Elternschlafraum, 25 qm, Elternbad, Küche, Abstellraum (das Haus hat keinen Keller) und Bibliothek auf der Empore. Mit einem Mehraufwand von ca. 3.500 DM kann in den Wohnraum noch ein weiteres Zimmer eingehängt werden.

Außerdem hat das Haus eine gegen Sicht geschützte Terrasse nach Süden (richtig: Westen!), umgeben von 2 m hohen Wänden, und einen zweiten Sitzplatz auf einem Rost auf den auskragenden Bindern vor dem Wohnraum nach Westen (richtig: Süden!). Zwischen die Binder können als Sonnenschutz Segel gespannt werden.

Zwischen die Balken im Wohnraum hat der Bauherr Hängematten gespannt als Sitzplätze, die hohen Wände sind Hinterprund für die Bildersammlung mit Andy Warhol, Uecker, Soto, Lichtenstein etc.

Das Haus hat einen Nachteil: die vielen Besucher, die nicht nur außen gegen das Haus klopfen, sonder sogar unter das Haus kriechen und von dort einmal klopfen. Der Bauherr läßt jetzt einen 2 m hohen Stacheldraht ziehen, weil er nicht in einem Museum wohnen will ...*)

S.408

*) (das ist allerdings so nicht geschehen!)